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Empörung in der arabischen Welt

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Empörung in der arabischen Welt

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Wut und Empörung haben heute zehntausende Demonstranten in der gesamten arabischen Welt auf die Straße getrieben. Die Empörung richtete sich nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen die arabischen Regierungen, die der Kollaboration mit Israel bezichtigt oder doch zumindest des Schweigens angesichts des Leidens der Palästinenser angeklagt werden. In der libanesischen Hauptstadt Beirut belagerten Demonstranten die ägyptische Botschaft, es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Wasserwerfer und Tränengas einsetzte.

“Ich fordere die gesamte arabische Nation auf, gegen ihre Anführer aufzustehen, denn Israel kann ohne ihre Zustimmung nichts tun”, erklärte ein Demonstrant in Beirut. In Ägypten, wo sich die islamistischen Moslembrüder großen Zulaufs erfreuen, gingen in zehn Städten mehr als 50.000 Demonstranten auf die Straße. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der sich zu Gesprächen mit dem ägyptischen Regierungschef Husni Mubarak in Kairo aufhielt, beschuldigte unterdessen indirekt die Hamas, an den israelischen Angriffen mitschuld zu sein. “Wir haben direkte und indirekte Kontakte mit den Hamasführern aufgenommen, um sie dazu zu bewegen, den Waffenstillstand mit Israel zu verlängern. Aber sie haben abgelehnt. Wenn sie zugestimmt hätten, hätten diese Angriffe vermieden werden können”, erklärte der Palästinenserführer.

Während die Demonstranten von Sanaa bis Teheran die arabischen Regierungen zum Handeln aufrufen, können diese sich noch immer nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Bislang wurden lediglich Hilfslieferungen für den Gazastreifen zugesagt – einen festen Termin für ein Treffen der arabischen Liga, um über die jüngsten Ereignisse zu beraten, gibt es hingegen immer noch nicht.