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Wahlen in Bangladesch unter fragwürdigen Vorzeichen

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Wahlen in Bangladesch unter fragwürdigen Vorzeichen

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Vor den Parlamentswahlen in Bangladesch sind die Sicherheitskräfte im Land im Dauereinsatz. In der Vergangenheit hatte es vor Wahlen stets schwere Ausschreitungen gegeben. Die seit zwei Jahren amtierende und vom Militär unterstützte Übergangsregierung versprach eine freie und faire Abstimmung. In Bangladesch galt bis vor wenigen Tagen noch immer ein im Januar 2007 verhängter Ausnahmezustand.

Die aussichtsreichste Kandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten ist Sheikh Hasina von der Awami-Liga. Sie versprach im Wahlkampf die wirtschaftliche Sanierung des bitterarmen Landes. Hasina war bereits von 1996 bis 2001 Regierungschefin. Sie wurde der Korruption angeklagt und erst im vergangenen Juni begnadigt. Ihre Regierungszeit war geprägt von Missmanagement und Massenprotesten – ebenso wie die Amtszeit ihrer schärfsten Rivalin, Khaleda Zia, die bereits zweimal Ministerpräsidentin war. Auch sie saß wegen Korruption im Gefängnis und wurde gegen Kaution freigelassen. Beobachter gehen daher nicht davon aus, dass nach den Wahlen tatsächlich mehr Demokratie in Bangladesch einkehrt.