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Firmenchefin in Melamin-Skandal vor Gericht

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Firmenchefin in Melamin-Skandal vor Gericht

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Im Fall des verseuchten Milchpulvers in China steht jetzt die Leiterin eines Herstellers vor Gericht, dazu drei weitere Manager. Sie arbeiteten für den Milchkonzern Sanlu, der inzwischen bankrott ist. Allen Angeklagten könnte bei einem Schuldspruch die Todesstrafe drohen.

In dem Milchpulver war die Chemikalie Melamin. An den Folgen starben nach offiziellen Angaben sechs Säuglinge, fast dreihunderttausend erkrankten. Sanlu wusste schon früh von der Beimischung, verkaufte das Pulver aber noch monatelang. Melamin wird unter anderem bei der Kunststoffherstellung verwendet. Mit dem verbotenen Stoff lässt sich eine bessere Qualität vortäuschen, auch wenn die Milch zum Beispiel in Wahrheit mit Wasser gestreckt ist. Letzte Woche begannen schon Prozesse gegen siebzehn weitere Verdächtige. In den Skandal um das verseuchte Milchpulver sind mehr als zwanzig Firmen verwickelt. Inzwischen berichten chinesische Medien über eine mögliche giftige Substanz in Plastbesteck. Nach Behördenangaben hat dazu eine offizielle Untersuchung begonnen.