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Kuba feiert bescheiden 50 Jahre Revolution

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Kuba feiert bescheiden 50 Jahre Revolution

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Am 1. Januar 1959 proklamierte Fidel Castro in Santiago de Cuba im Süden der Insel “ den Beginn der Revolution”. Die begann als nationalistischer Aufstand gegen einen korrupten Diktator und die Herrschaft allmächtiger amerikanischer Konzerne. Sehr bald aber rückte der Nationalist Castro immer weiter nach links.

Und damit geriet die Antilleninsel mitten hinein in den Kalten Krieg, in den Schlagabtausch zwischen Moskau und Washington. 50 Jahre kubanische Revolution – das sind 50 Jahre Ausnahmezustand. Mit rationierten Lebensmitteln und Mangel allerorten. Eloy Gutierrez Menoyo stand vor 50 Jahren an der Seite der Castro-Brüder. Auf dem alten Foto ist er neben Che Guevarra zu sehen. Heute sagt er: “ …das Problem des Landes ist nicht das US-Embargo, es sind die vielen eigenen Embargos, das kulturelle, das Embargo der freien Berufswahl, der Versammlungsfreiheit – auch der Kreativität der Kubaner.” Dabei hat die Revolution doch eigentlich alle Vorausetzungen für die Entfaltung der krativen Fähigkeiten der Kubaner geschaffen. Aus einem Land der Analphabeten wurde eines mit zeitweise höchstem Bildungsniveau in Lateinamerika, mit vorbildlicher medizinischer Versorgung. Darauf ist der alte Revolutionär Julio Antonio Herrera Perez auch heute noch stolz. “Wir können heute sagen, wir haben eine gebildete Bevölkerung. Es gibt keine Bettler mehr auf Kuba, keine Armut, jeder kann lesen und schreiben, jeder bekommt medizinische Versorgung, die Bildung ist jedermann zugängig, das kann das imperialistische Nord-Amerika nicht leisten.” Und trotzdem zieht es die Kubaner zu Tausenden gerade dorthin. Immer wieder riskieren ganze Familien ihr Leben bei der Überfahrt mit solch klapprigen Booten. Der ehemalige Castro-Anhänger und heutige Dissident Gutierrez betont: “ Jene, die die Revolution gemacht haben, sind jetzt alt. Und sie haben nicht das erreicht, was das Land braucht. Es braucht eine neue Revolution. Die Alten müssen abtreten und die Jungen heranlassen, denn die haben genug Energie für eine neue Revolution.” Dem Land ist es nicht anzusehen, daß sein “maximo lider” Fidel Castro, der sich nie einer freien Wahl gestellt hat, seit anderthalb Jahren krank ist. So hoffen hier viele, daß Reformen vielleicht von außen kommen, mit einer neuen Kuba-Politik des neuen US-Präsidenten Obama.