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Russland: Ukraine stiehlt Erdgas

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Russland: Ukraine stiehlt Erdgas

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Im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine verschärft sich der Ton: Russland wirft dem Nachbarn jetzt vor, er stehle Erdgas aus den Lieferungen für Westeuropa.

Hintergrund ist der Streit um offene Rechnungen und den künftigen Preis für das Erdgas. Am Neujahrsmorgen drehte Russland das Gas deshalb ab. Die Ukraine verspricht zwar, das Erdgas für Westeuropa vollständig durchzulassen. Sie verweist aber auch darauf, dass ein geringer Teil davon gebraucht werde, um für Druck in den ansonsten leeren Leitungen zu sorgen. Der russische Lieferant Gasprom kennt das Problem, verlangt aber trotzdem auch für diese Gasmengen Bezahlung. Alles andere sei Diebstahl, den die Ukraine nun auch noch offen zugebe, sagt Gasprom-Sprecher Sergej Kuprijanow. Zu achtzig Prozent fließt das russische Erdgas für den Westen durch die Ukraine. Gasprom sucht jetzt neue Lieferwege durch Weißrussland; die Möglichkeiten dafür sind aber beschränkt, die Leitungskapazitäten begrenzt. Die westlichen Kunden geben sich aber gelassen. Deutschland und Österreich verweisen zum Beispiel auf große Vorräte, eigene Förderung und andere Gaslieferanten wie Norwegen. Tschechien, das jetzt den Vorsitz in der Europäischen Union führt, hat jetzt für Montag eine Sondersitzung der Botschafter der EU-Länder in Brüssel einberufen. Zuvor hatten sich tschechische und ukrainische Vertreter getroffen: Danach teilte die tschechische Regierung mit, der Streit sei eine bilaterale Sache. Die EU sei bisher nicht betroffen und werde sich nicht einmischen.