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Gazprom will gegen Ukraine klagen

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Gazprom will gegen Ukraine klagen

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Der russische Konzern Gazprom will jetzt seine ukrainischen Vertragspartner vor einem Internationalen Schiedsgericht in Stockholm verklagen. Er wirft ihnen vor, Gas abzuzweigen, das für die EU bestimmt ist.

Ein Besuch des Gazprom-Vizechefs in Prag beim derzeitigen tschechischen EU-Ratsvorsitz sollte Zweifel an Russlands Lieferzuverlässigkeit ausräumen. Der zuständige tschechische Minister lehnte es aber ab, im Streit zu vermitteln, da es sich um einen kommerziellen Disput handele. Seit Russland am Donnerstag die Lieferungen an die Ukraine stoppte, meldeten Polen, Rumänien, Bulgarien und Ungarn einen Druckabfall oder Lieferrückgänge in ihren Leitungen. Gazprom versucht deshalb, die Ukraine zu umgehen. Der Konzernchef erklärte, seine europäischen Kunden stellten fest, dass das russische Erdgas, das durch die Ukraine geleitet wird, nicht bei ihnen ankomme. Gazprom sei daher verpflichtet, den Durchfluss auf Strecken zu erhöhen, die um die Ukraine herumführten. Für die Endkunden machen sich derzeit keine Engpässe bemerkbar. Schwerwiegende Probleme bei der Durchleitung erwartet die Ukraine erst in etwa zehn Tagen, falls der Streit um Lieferpreise mit Gazprom bis dahin nicht beigelegt ist.