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Kann Israel der Hamas mit Gewalt beikommen?

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Kann Israel der Hamas mit Gewalt beikommen?

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Israel gehe es um die Zerstörung der “Terror-Infrastruktur” im Gazastreifen, hieß es zur Begründung für die Operation “Gegossenes Blei”. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak formuliert militärisch knapp: “Unser Ziel ist es, die feindlichen Aktivitäten der Hamas aus dem Gazastreifen heraus gegen Israel zu stoppen und die Situation in Süd-Israel erheblich zu ändern.”

Wie jetzt bekannt wird, haben sich die Spitzen von Armee und Luftwaffe in Israel seit Monaten auf diesen Kampf vorbereitet. Als Lehre aus dem Desaster im Südlibanon 2006 wurde vor allem die Zusammenarbeit der Waffengattungen verbessert. Jetzt geht es Israel zuerst darum, die Hamas zu schwächen, es sollen zweitens künftige Raketenangriffe weitgehend verhindert werden. Drittens strebt Israel neue Sicherheitsregelungen an der Grenze zu Ägypten an und viertens setzt man diesmal nicht auf eine formelle Feuerpause, womit die Hamas als Verhandlungspartner aufgewertet werden würde. Emanuele Ottolenghi Der Vertreter des vom “American Jewish Committee” gesponserten “Transatlantic Institut” in Brüssel, Emanuele Ottolenghi, erkennt in diesem “regionalen Spiel” im Gazastreifen den generellen aktuellen Konflikt, bei dem Iran und dessen Verbündeten mitmischen. Und in diesem Sinne findet er es vielsagend, daß selbst gemäßigte arabische Länder wie Ägypten, Saudi Arabien und Jordanien sich mit Verurteilungsrethorik gegenüber Israel angesichts der zivilen Opfer zurückhalten und auch mit Forderungen nach politischen Schritten gegen Israel. Diese Bilder stammen von einer ähnlichen israelischen Militäraktion vor gut 6 Jahren im Westjordanland. Als politischen Hintergrund sollte man diesmal die Parlamentswahl in Israel im Februar im Auge behalten, bei der sich Verteidigungsminister Ehud Barak Chancen ausrechnet, Regierungschef zu werden. An die Rückkehr von Barak glaubt auch die Vertreterin der palästinensischen Autonomiebehörde bei der EU, Leila Shahid. Sie meint, es könnte ihm mit dieser Operation gelingen, das Debakel vom Libanonkrieg von 2006 un vergessen zu machen. Es lasse sich bereits an den Umfragen ablesen, daß seine Ausgangsposition für die Wahlen am 10. Februar sich verbessere. Aber für wie lange? Der Übergang von überschaubaren Luftangriffen zum Einmarsch mit Panzern und Tausenden Soldaten verändert den Charakter des Krieges.