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Welche Rolle spielt die Hisbollah?

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Welche Rolle spielt die Hisbollah?

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Zur Stimmung, wie sie die Hisbollah derzeit in Beirut schürt, paßt der Raketenangriff vom Südlibanon aus. Massenhaft erhobene Fäuste, Treueschwüre an die Adresse der Brüder von der Hamas.

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah wörtlich: “Ich sage dem Verlierer Olmert, du wirst die Hamas nicht beseitigen können und nicht die Hisbollah. Wir sind auf jede Aggression vorbereitet.” Aber wollen die Hisbollah-Leute auch wirklich wieder in den Krieg ziehen wie 2006? Trotz all der kraftstrotzenden Bekenntnisse, man sei gestärkt aus jenem 33-Tage-Krieg mit Israel hervorgegangen – die Hisbollah-Führung kann die Stimmung in der Bevölkerung nicht ignorieren. Die Hisbollah kann nicht beides gleichzeitig haben – Krieg mit Israel und Regierungsbeteiligung im Libanon. Die Rivalen bei jenem Kräftemessen, das man in Beirut einen “nationalen Dialog” nennt, warten nur darauf, daß die Hisbollah Fehler macht. Im Parlament pocht eine Mehrheit auf das alleinige Gewaltmonopol des Staates und möchte die Hisbollah lieber heute als morgen entwaffnen. Da ist Diplomatie gefragt, wenn die Hisbollah für den Moment sowohl den Ministerposten als auch die Waffen behalten möchte. Es wäre sicher voreilig, von solche Demonstrationen der Solidarität mit der Hamas, vom Meer der grünen Fahnen in Beirut auf der Straße, auf eine direkte unmittelbare Kampfbereitschaft der Hisbollah zu schließen. Und dann ist da ja auch noch die nach dem Augustkrieg von 2006 aufgestockte Truppe der Vereinten Nationen, UNIFIL. Um seine dort dienenden Militärs zu besuchen, war der französische Präsident offiziell im Krisengebiet aufgetaucht, um dann mit seinem ägyptischen Kollegen einen Vermittlungsplan vorzulegen. Nein, Libanon ist nicht Gaza. Libanon ist immer gleich Weltpolitik.