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Hilflose Helfer in Gaza

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Hilflose Helfer in Gaza

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Die Helfer sind hilflos. Hilflos und wütend. Immer wieder werden sie an der Erfüllung ihrer humanitären Aufgabe gehindert. Das Internationale Rote Kreuz, die Dachorganisation aller Verbände, zu denen auch der Rote Halbmond gehört, beschuldigt die israelische Armee, fünf Tage lang Nothilfe für Verletzte verhindert zu haben.

Katrina Ritz leitet die Rot-Kreuz-Mission für die Palästinensergebiete und Israel. Sie spricht von geschwächten Personen, von Kindern, die neben der toten Mutter ausharreten. Am meisten schockiert zeigt sie sich davon, daß die israelische Armee von den Zivilisten wußte, ihnen aber weder half noch sie evakuierte. Den Rot-Kreuz-Helfern wurde nicht nur der Zugang zu den Hilfsbedürftigen verwert, es wurden auch deutlich gekennzeichnete Rettungswagen beschossen. Die freiwillige Helferin Eva Yeshewitz berichtet, wie ihre Kollegen unter Beschuß gerieten: “ Die Fahrer der Ambulanz-Wagen waren dabei, Menschen zu evakuieren, als F-16 und Aufklärungsflugzeuge sowie Apache-Hubschrauber über sie hinwegflogen und auf Zivilisten schossen.” Auch mehrer Gebäude internationaler Organisationen – wie diese Schule der Vereinten Nationen – wurden von Raketen getroffen. Die Helfer wissen oft nicht mehr, wohin sie Verletzte noch in Sicherheit bringen können. In noch relativ unbeschädigten Schulen oder Gebäuden internationaler Organisationen haben fast 15.000 Palästinenser Schutz gesucht. Gegen alle Regeln des Völkerrechts darf die Zivilbevölkerung das angegriffene Gebiet nicht verlassen. Dazu äußerte sich in Brüssel der EU-Kommissar für humanitäre Angelegenheiten, Louis Michel: “ Israel respektiert nicht das humanitäre Völkerrecht, nicht im geringsten. Es wird nicht nur die Zivilbevölkerung nicht geschützt – schlimmer noch – humanitäre Hilfe wird behindert. Mindestens 80 Prozent der palästinensischen Bevölkerung können nur mit internationaler Hilfe überleben. Man braucht dazu 300 Lastwagen pro Tag – heute wurden knapp 50 durchgelassen. Diese Behinderung ist nicht zu akzeptieren.” Die offizielle israelische Rechtfertigung lautet, man arbeite selbst mit Hilfsorganisationen zusammen und werde konkrete Vorwürfe prüfen.