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Anti-Jüdischer Boykottanruf: "Grauenvoll"

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Anti-Jüdischer Boykottanruf: "Grauenvoll"

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Nach dem Aufruf zum Boykott jüdischer Geschäfte in Rom haben sich Politiker jeder Couleur entsetzt über die Initiative der kleinen römischen Händlergewerkschaft Flaica-Uniti-Club gezeigt. Der Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, kaufte demonstrativ unter den Augen der Presse Hemden und Krawatten in einem jüdischen Geschäft.

Europaminister Andrea Ronchi sagte, die Gewerkschaftler, die zu dem Boykott aufgerufen haben, sollten sich schämen. Piero Fassino von der linken Opposition sagte, die Idee eines Boykotts zeuge von Dummheit und ziele auf Provokation ab. Ein Boykott trage nicht zum Frieden im Nahen Osten bei. Die Rechte Israels und die Rechte der Palästinenser müssten gleichermaßen anerkannt werden. Der Gouverneur der Region Lazio, Piero Marrazzo, besuchte mit dem Chef der Jüdischen Gemeinde in Rom, Riccardo Pacifici, ein koscheres Restaurant und nannte den Boykottvorschlag grauenvoll.