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Russland und Ukraine vor Beobachter-Abkommen

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Russland und Ukraine vor Beobachter-Abkommen

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Im Erdgasstreit zwischen Russland und der Ukraine versucht die Europäische Union weiter zu vermitteln. Den EU-Vorsitz hat zur Zeit Tschechien; dessen Regierungschef Mirek Topolanek besucht nun beide Länder zu Gesprächen.

In Kiew sagt Topolanek, er glaube an die baldige Unterzeichnung eines Abkommens über den Einsatz von Beobachtern; das sei aber noch nicht unterschriftsreif. Damit fließt weiter kein russisches Erdgas durch die Ukraine nach Mittel- und Westeuropa. Die Schuld dafür geben sich beide Länder gegenseitig. Während Deutschland oder Österreich aber große Reserven haben und die Schweiz kaum von den russischen Lieferungen abhängig ist, trifft der Lieferstopp Länder wie Bosnien, Serbien oder Bulgarien mit voller Wucht – und das in den eisigsten Wochen dieses Winters. “Jetzt wird es mal wieder warm”, schildert eine Frau im serbischen Novi Sad; “aber drei Tage lang waren die Heizungen kalt, und wir hatten kein warmes Wasser. Das geht doch nicht, schon gar nicht bei minus fünfzehn Grad! Die Politiker müssten auch mal vorausdenken: Wenn das zu lösen war, müsste der zuständige Minister weg. Das ist wirklich zuviel!” Frostgrade herrschen auch in Bulgarien, wo ebenfalls viele Menschen in eiskalten Wohnungen sitzen. Bulgarien, das ärmste EU-Land, ist besonders betroffen: Es bezieht sein Erdgas fast gänzlich aus Russland, und zwar über die Ukraine; andere Lieferwege hat es nicht.