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Italien will im Grenzstreit Slowenien/Kroatien vermitteln


Redaktion Brüssel

Italien will im Grenzstreit Slowenien/Kroatien vermitteln

Seit 17 Jahren wird gestritten, jetzt soll Slowenien die EU-Beitrittsverhandlungen mit Kroatien nicht länger blockieren. Der italienische Aussenminister Franco Frattini schlug zu diesem Zweck eine Vermittlung der EU und Italiens vor. Die beiden ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens streiten erbittert über den Grenzverlauf in einem schmalen Streifen an Land und im Meer.

Bereits im Dezember war ein Versuch der französischen EU-Ratspräsidentschaft zur Lösung des Konflikts gescheitert. Ljubljana hatte daraufhin ein Veto gegen zehn der 35 Kapitel in den EU-Verhandlungen mit Kroatien eingelegt. Zagreb habe in seinen Verhandlungsunterlagen den seit 1991 strittigen Grenzverlauf mit Slowenien nicht korrekt dargestellt. Von 35 Verhandlungskapiteln mit der EU hat Kroatien bis jetzt 22 eröffnet und 7 abgeschlossen. Frattini will sich dafür einsetzen, dass Kroatien zügig die ausstehenden Beitrittskapitel verhandeln kann, um 2010 der EU beizutreten. Bei einem Besuch in Zagreb sagte er: “Ich könnte mir eine Vermittlerrolle der Europäischen Union vorstellen. Die Verhandlungen zwischen beiden Seiten kann sie aber nicht ersetzen. Die beiden Regierungen müssen weiter miteinander sprechen.” Slowenien reagierte verschnupft: Man lasse sich weder von Zagreb noch von der Europäischen Union unter Druck setzen, so der slowenische Ministerpräsident Borut Pahor. Experten aus Kroatien und Slowenien sollen noch im Januar klären, wie es weitergeht.
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