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Tschechien setzt verstärkt auf Atomenergie

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Tschechien setzt verstärkt auf Atomenergie

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Energiesicherheit und die Wiederbelebung der Wirtschaft – das sind die Schwerpunkte der tschechischen Ratspräsidentschaft, wie der neue Ratsvorsitzende Mirek Topolanek im EU-Parlament wiederholte. Von den Abgeordneten erntete Tschechien Lob für sein Krisenmanagement im Gasstreit. Um die Versorgungsengpässe in europäischen Haushalten zu vermeiden und die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren, will Topolanek auch verstärkt auf Atomenergie setzen.

Er sagte, “natürlich sind wir ebenfalls daran interessiert, die Lieferungen und die Transportrouten breiter zu fächern. Es liegt auf der Hand, dass der Bau der Nabucco Gasleitung höchste Priorität hat, wie auch der Bau neuer Öl-Pipelines. Darüber hinaus müssen wir den Energiemix diversifizieren: Das betrifft auch Atomenergie und Investitionen in neue Technologien.” In der Wirtschaftskrise sucht Tschechien die enge Zusammenarbeit mit den USA. Es steht insgesamt im Ruf, sich eher an den USA als der EU zu orientieren. Topolanek erklärte, “so eng die transatlantischen Beziehungen bereits sind, liegt es auf der Hand, dass sie weiter gestärkt und entwickelt werden müssen, damit die EU global eine starke Rolle spielen kann, genau wie dies auch für die Vereinigten Staaten gilt.” Den Reformvertrag von Lissabon nannte Topolanek ein “bisschen schlimmer” als den Vorgängervertrag. Drei EU-Staaten, darunter Tschechien, haben ihn noch nicht komplett ratifiziert. Er sagte, “es liegt nun an der tschechischen Ratspräsidentschaft, mit Irland weiter über den Lissabonner Reformvertrag zu debattieren. Ich bin davon überzeugt, dass diese Gespräche behutsam und mit Respekt vor der Souveränität der irischen Bevölkerung geführt werden müssen.” Abgeordnete forderten auch Topolanek auf, den neuen Vertrag rasch zu verabschieden. Eine Abstimmung im Prager Parlament ist für den 3. Februar vorgesehen.