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Neues Kapitel im Kunstwerkschwindel

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Neues Kapitel im Kunstwerkschwindel

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Die tschechische Ratspräsidentschaft hat sich von den 27 Skulpturen distanziert, die sie im Gebäude des EU-Ministerrats aufhängen ließ. Diese stellen die Mitgliedsstaaten dar. Bulgarien hatte sich über seine Abbildung beschwert – das Land gleicht dort einem Stehklo.

Der tschechische Europaminister Alexandr Vondra stellte klar, dass es sich hierbei nicht um die Sichtweise der Ratspräsidentschaft oder einzelner Mitgliedsstaaten handele. Das Kunstwerk sei eine Art Provokation. Er verstehe, dass die Gefühle einiger verletzt seien und er wolle sich hierfür entschuldigen. Vondra schlug dem bulgarischen Botschafter vor, das Stehklo notfalls abzuhängen – was gar nicht im Sinne seines Erschaffers, eines tschechischen Skandalkünstlers ist. David Cerny hatte seine eigene Installation der Prager Regierung als europäisches Gemeinschaftsprojekt von 27 Künstlern untergeschummelt… Er sei davon ausgegangen, dass alles als Scherz verstanden würde, als nette Installation – und nicht anders. Er sehe es nicht als einen großen Erfolg an, wenn Teile der Skulpturen abgehängt würden, er wolle es als Ganzes erhalten. Cerny fügte hinzu: Nur wenn man sich der Vorurteile über sich selbst bewusst werde, könnten sie bewältigt werden. Italien: ein gigantisches Fußballfeld, für Polen hissen Priester die Regenbogen-Flagge, Dänemark als Legoland in Form der Mohammed-Karikaturen… Da blieb einigen Mitgliedsstaaten wohl das Lachen im Halse stecken.