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Gezerre ums Gas: Europa verliert die Geduld

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Gezerre ums Gas: Europa verliert die Geduld

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Der Europäischen Union geht das Gas und die Geduld aus. Die Experten an der russisch-ukrainischen Grenze konnten weiter nichts beobachten. Kommissions-Präsident Barroso drohte derweil, EU-Firmen zu Klagen gegen die Versorger Gazprom und Naftogaz zu raten.

Langfristig will Europa seine Abhängigkeit von russischem Gas und ukrainischen Pipelines verringern. Zunächst aber friert es. In Moskau und Kiew intervenierten die Ministerpräsidenten der besonders betroffenen Länder: Bulgarien, die Slowakei und Moldawien. Die Slowakei schlug der Ukraine ein Gas-Tauschgeschäft vor. Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wollte das prüfen. Sie versprach, Gas weiterzuleiten, sobald es ankomme. Am Samstag wollen sich russische und ukrainische Regierungsverteter in Moskau treffen. Russlands Präsident Dmitri Medwedew wollte für Samstag auch zum Gasgipfel nach Moskau laden. Sein ukrainischer Gegenspieler Viktor Juschtschenko schlug stattdessen Gespräche Russlands, der Ukraine und der EU in Prag vor. Seit mehr als einer Woche erhält Europa kein Gas mehr von Gazprom. Der Versorger beklagt einen Einnahme-Verlust von 800 Millionen Euro seit Jahresbeginn. Moskau verlangt einen deutlich höheren Gaspreis und die Begleichung von Schulden. Kiew sagt, diese seien beglichen und fordert höhere Transitgebühren. In Moldawien könnten die Winter-Schulferien verlängert werden, wenn am Montag noch immer kein Gas fließt. Kindergärten rüsteten sich mit Decken gegen die Kälte.