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Freisprüche im französischen Hormon-Prozess

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Freisprüche im französischen Hormon-Prozess

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Ein Pariser Gericht hat im Prozess um den Tod von 117 jungen Menschen, die als Kinder mit infizierten Wachstumshormonen behandelt wurden, sämtliche Angeklagten freigesprochen. Den sechs Ärzten und Apothekern war fahrlässige Tötung vorgeworfen worden für die Behandlungsmethode, die bei den Kindern die unheilbare Creutzfeld-Jakob-Krankheit hervorgerufen hatte.

Ein enttäuschendes Urteil für die Hinterbliebenen, die sich nach fast 20 Jahren zumindest eine Bewährungsstrafe für die Verantwortlichen erhofft hatten. Einer der Strafverteidiger betonte nach dem Verfahren, dass das Strafrecht nicht auf dem Ausmaß an Leiden gründe sondern auf den Gesetzen. “Es ging in diesem Fall vor allem darum, von welchem Zeitpunkt an die Risiken der Behandlung bekannt waren”, so Anwalt Benoit Chabert. “Heute wissen wir natürlich, was vor 20 Jahren hätte gemacht werden müssen. Aber die Frage ist doch, was konnte man vor 20 Jahren wissen.” Mehr als 1500 kleinwüchsige Kinder waren in Frankreich während der 80er Jahre mit einem Wachstumshormon behandelt worden, dass aus der Hirnanhangdrüse von Leichen gewonnen wurde. Ein Teil von ihnen entwickelte später die Hirnerkrankung, die bisher in fast 120 Fällen zum Tode führte.