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Türkei will Beitritts-Verhandlungen beschleunigen

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Türkei will Beitritts-Verhandlungen beschleunigen

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will den EU-Beitritts-Prozess seines Landes wieder in Schwung bringen. Erdogan kam im Rahmen seines zweitägigen Besuchs in Brüssel mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso zusammen. Seit mehr als zwei Jahren stagnieren die Beitritts-Verhandlungen. “Der EU-Beitritt hat für die Türkei oberste Priorität”, so Erdogan. “Ich hoffe, dass das Jahr 2009 für uns neue Bedeutung gewinnt. Zur Zeit hat Tschechien die Ratspräsidentschaft inne, danach übernimmt sie Schweden. Ich hoffe auf einen Fortschritt.” Ein weiteres Gesprächsthema Erdogans in Brüssel ist die Nabucco-Gaspipeline. Das Projekt ist acht Milliarden Euro teuer und soll die Abhängigkeit Europas von russischem Gas verringern. Geplant ist, dass ab 2013 Gas vom Kaspischen Meer über die Türkei, Bulgarien und Rumänien nach Mittel-Europa strömt. Kommissionspräsident Barroso zeigte sich zuversichtlich. “Die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Türkei und der Europäischen Union sind vielfältig”, sagte er. “Die EU hat einen sehr wichtigen Energie-Markt und die Türkei ist für den Transit von entscheidender Bedeutung, auch aufgrund der geografischen Lage. Das ist für beide Seiten von Gewinn.” Die Türkei wolle das Projekt der Nabucco-Pipeline unterstützen, sagte Erdogan in Brüssel. Er rückte damit von einer Äußerung ab, in der er mit dem Gegenteil gedroht hatte. Seit der russisch-ukrainischen Gaskrise hat das Nabucco-Projekt für Europa oberste Priorität.