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Europäische Erwartungen an Obama

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Europäische Erwartungen an Obama

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In Berlin wurde der Präsidentschaftskandidat Obama im Sommer wie ein Pop-Star gefeiert. Auf der Straße vor der Siegessäule – welch Symbolik!

Seine Botschaft an die historische Worte großer Amerikener gewohnten Berliner: “Amerika hat keinen besseren Partner als Europa. Jetzt ist es an der Zeit, neue Brücken zu bauen rund um den Globus, Brücken, so stark wie jene, die uns über den Atlantik hinweg verbindet.” (Obama wörtlich:) “America has no better partner than Europa. Now is the time to build new bridges across the globe as strongs as the one that binds us across the Atlantic.” Wie hier in Paris ließ sich überall in Europa an den Siegesfeiern ablesen, wie groß die Erwartungen sind. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit, faßte es zum Beispiel in die Worte: “Ich hoffe einfach, daß die neue amerikanische Administration die günstige Stunde der Wahl von Obama nützen wird, um neue Ansätze in der Politik zu entwickeln. Einer der Ansätze wäre, die Amerikaner müssen auch über die Ägypter, die es möglich machen, mit der Hamas verhandeln, müssen mit dem Iran verhandeln, um hier eine regionale Lösung zu finden.” Auf eine andere Erwartung weisen diese Bilder aus London hin: Das Gefangenenlager Guantanamo schließen! Auch wenn die Europäer da selber noch ihre Probleme haben mit der Frage, wer dann welche Freigelassenen aufnimmt. Der EU-Kommissar für Jusztiz, Jacques Barrot, begrüßt ausdrücklich die Idee des neuen Präsidenten, nämlich daß man auch beim Kampf gegen den Terrorismus bestimmte Regelen einhalten kann, ethische, juristische. Und er sieht die Chance einer neuen Partnerschaft zwischen Europa und den USA. Und was wird in diesen heiklen Krisenzeiten mit der wirtschaftlichen Zusammenarbeit? Als man im November in Washington in der 20er Runde über die Finanzkrise beriet, zeigten sich nicht wenige Interessenunterschied – wenn nicht gar -gegensätze. Auch hier erwarten die Europäer konstruktives Aufeinander-Zugehen an Stelle von Kraftproben. Daß er die Sorgen des “alten Kontinents” um den Klimawandel versteht und eigene Ideen beizusteuern gedenkt, hat der neue Präsident ja schon mit der Wahl seines Energieministers bewiese. Ein Nobelpreisträger in Physik, der etwas von alternativen Methoden versteht. Das war auch so eine Obama-Idee, die die Europäer bejubeln.