Eilmeldung

Eilmeldung

Erneut russisches Gas in Mitteleuropa

Sie lesen gerade:

Erneut russisches Gas in Mitteleuropa

Schriftgrösse Aa Aa

Das Gas fließt wieder. Für einige Staaten Ost- und Mitteleuropas kommt diese Nachricht der Heilsbotschaft gleich. Doch der wirtschaftliche Schaden, der nach dem zweiwöchigen Lieferstopp in EU-Mitgliedsstaaten wie der Slowakei oder Bulgarien entstand, ist groß. Allein in der Slowakei belaufen sich die Produktionsausfälle auf mehr als eine Milliarde Euro. Am Montagabend hatten Kiew und Moskau neue Verträge über den Transit des Gases in den Westen und die Versorgung der Ukraine unterzeichnet. Der Gas-Krieg ist damit beendet – bis zu seiner nächsten Auflage. Selbst wenn unklar ist, wem die Verantwortung dafür zukommt, ist der Image-Schaden für die Ukraine und für Russland immens. Beide Staaten haben sich als politisch unzuverlässig erwiesen.

Europa müsse seine Abhängigkeit von russischem Gas verringern, so EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. “Wenn wir ein Dokument unterzeichnen, wenn wir unser Wort geben, sollte das Konsequenzen haben”, sagte er bei einer Pressekonferenz in Brüssel. “Während der Krise versicherten die russische und die ukrainische Führung mehrfach, dass etwas geschehen werde, doch nichts geschah. Ich werde das nicht vergessen.” Die Europäische Kommission erwägt nun eine Klage gegen die vertragsbrüchigen Partner aus dem Osten. Ob es dazu kommt, liegt an den geschädigten Unternehmen. Die tschechische Ratspräsidentschaft rief Kiew und Moskau dazu auf, das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen.