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Bye,bye Bush...

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So würdig hatte es begonnen für den 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten…

Auch wenn seine Wahl mit einem Streit um die Auszählung der Stimmen einherging, den erst der Oberste Gerichtshof knapp zu Gunsten von George Walker Bush entschied. Knapp acht Monate später hatte Amerika andere Sorgen. Die Weltmacht – angegriffen von Terroristen. Die gesamte demokratische Welt fühlte sich bedroht und stand solidarisch zu den USA. Selten genoß dieses Land soviel uneingeschränkte Sympathie – und selten hat je ein Land soviel Sympathie in so kurzer Zeit verspielt. Zogen beim “Krieg gegen den Terror” noch viele Verbündete mit, um die Täter vom 11. September in Afghanistan zu vernichten – am Krieg gegen den Irak sollten sich die Geister scheiden. Erst recht nachdem die Folterfotos von Abu Graib um die Welt gingen. Der Wissenschaftler Sibley Telhami vom Washingtoner Brookings-Institut nennt es ein Problem, das die Bush-Administration weltweit bekam – durch Guantanamo, Abu Ghraib habe sie ihren Ruf beschädigt, das waren die Zeichen ihres Scheiterns im Irak. …und der Wurf mit dem Schuh bei Bushs letzter Pressekonferenz in Bagdad war der öffentliche Kommentar der Iraker. Ein sehr wirksamer, wie man an den vielen Nachahmern sieht. Und der solcherart Kritisierte? Er meint nur, es sei eben nicht nach Plan gelaufen. Glaubt aber, die Historiker werden in späterer Zeit die Fehler besser bewerten können. Für das Gesamturteil über eine Regierung müsse etwas mehr Zeit vergangen sein.. Ob das Urteil der Historiker im Falle “Katrina” milder ausfällt als jenes der dazumal Betroffenen? Bush selber räumte nur ein, er hätte vielleicht landen sollen, statt die Schäden nur von oben zu betrachten. Ganz am Ende seiner Präsidentschaft knirschte es ganz gewaltig im Wirtschaftsgebälk. Professor Stephen Wayne von der Georgetown-Universität sagt dazu: “Ich glaube nicht, daß der Präsident die Rezession verursacht hat , aber ganz gewiß war er am Steuer eingeschlafen, als sie kam.” Bei seiner letzten Pressekonferenz im Weißen Haus versuchte der scheidende Chef mit Humor zu punkten: “Ich kann mir nicht vorstellen mit Strohhut und Hawaihemd am Strand zu sitzen, schon deshalb nicht, weil ich mit dem Trinken aufgehört habe.” Und wie möchte der 43. Präsident der Vereinigten Staaten in die Geschichte eingehen? Hemdsàrmelig – làssig sieht man ihn auf dem offiziellen Gemälde für die Ahnengalerie.