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Gaza nach dem Krieg - eine Zustandsbeschreibung

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Gaza nach dem Krieg - eine Zustandsbeschreibung

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Die israelische Armee ist abgezogen. Die Bewohner von Gaza und Umgebung kommen zurück zu dem, was von ihren Häusern übriggeblieben ist. Nach Angaben des zentralen palästinensischen Statistikbüros sind 14 Prozent der Gebäude im Gazastreifen zerstört oder so schwer beschädigt, daß sie nicht mehr genutzt werden können.

Viele suchen in den Trümmern nach Resten ihrer Habe. “Wir suchen nach einem Platz zum Leben”, sagt dieser Familienvater. “So sieht jetzt das aus, was einmal unser Heim war. Wir haben niemanden, der sich um uns kümmert, weder die UN-Organisation für die Palästinenser noch die Regierung. Niemand ist mehr da, um uns beizustehen. Wir haben die Vereinten Nationen um Hilfe gerufen, das Rote Kreuz, wen auch immer. Aber da ist keiner mehr.” Nächster Ort. Gleiches Leid. Eine Frau versucht inmitten der Trümmer die Hühner einzufangen, die nach drei Wochen Chaos noch da sind. Sie klagt: “ Nach 20 Tagen finden wir unser Haus als Ruine vor, keine Matratzen mehr da, kein Mehl. Das Schaf ist auch weg. An sollen wir uns jetzt wenden?” Wie soll hier jemals wieder etwas auferstehen können aus sovielen Ruinen? Die Palästinenserbehörde in Gaza beziffert die Kosten für den Wiederaufbau auf ungefähr zwei Milliarden Dollar. Saudi Arabien hat bereits eine Milliarde Dollar zugesagt, auch die Länder der Europäischen Union wollen helfen. Aber das ist alles noch Theorie, nicht mehr als Absichtserklärungen, aus denen keine konkrete Hilfe werden kann, solange Israel nicht die Übergänge für entsprechende Lieferungen öffnet. Durchgelassen wird aber bisher nur humanitäre Hilfe. Mit gutem Grund: Die Israelis müssen zusehen, welche ihrer Kriegsziele sie nicht erreicht haben. Kaum sind die gezielten Bombenangriffe auf die Tunnel vorbei, durch die aus Ägypten auch Waffen geschmuggelt wurden, schon werden diverse Tunnel wieder in Betrieb genommen. Es waren vermutlich hunderte – und alle zu zerstören hat die israelische Armee nicht geschafft.