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Todesurteile im chinesischen Milchskandal


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Todesurteile im chinesischen Milchskandal

Mit drei Todesurteilen und hohen Haftstrafen hat ein chinesisches Gericht die Milchpanscherei geahndet, an der mindestens sechs Kinder gestorben sind – fast 300 000 Kinder sind durch Nierensteine schwer geschädigt. 
 
Seit Dezember war gegen 21 Angeklagte verhandelt worden. Zwölf von ihnen wurden bisher verurteilt. Die Chefin des Milchunternehmens Sanlu bekam lebenslang. 39 weitere mutmasslich Verantwortliche sind noch in Haft.
 
Die Todesstrafen verhängte das Gericht in der Provinz Hebei gegen die Männer, die die beigemischte Industriechemikalie Melamin hergestellt und verkauft haben.
 
Melamin täuscht einen höheren Eiweißgehalt und
eine bessere Qualität der Milch vor.
 
Das Gericht verhängte außerdem 5,5 Millionen Euro Geldstrafe gegen das Unternehmen Sanlu, das allerdings längst pleite ist.
 
Aus einem Fonds der betroffenen Unternehmen sind den Eltern kranker Kinder gut 230 Euro angeboten worden. Die Familien der Geschädigten fordern mehr Geld -vor allem, um die Behandlungskosten bezahlen zu können. Eine Gruppe von 200 Eltern reichte in der vergangenen Woche beim Obersten Gericht in Peking eine Klage ein.
 
Die Panscherei war offenbar in der Milchindustrie weit verbreitete Praxis - belastete Milchprodukte wurden bei rund zwei Dutzend chinesischen Milchherstellern gefunden.
 
Der Skandal hatte in China hohe Wellen geschlagen. Dass er während der Zensur bei den Olympischen Spielen lange vertuscht wurde, brachte die Menschen noch mehr auf.
 
Erste Fälle wurden im vergangenen September bekannt, als die Krankenhäuser überquollen. Beteiligte Firmen wie Sanlu und Behörden kannten die Gefahr aber spätestens seit Anfang August.
 

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