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Islands Regierung stürzt über Finanzkrise

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Islands Regierung stürzt über Finanzkrise

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Nach monatelangen Protesten gegen Bankenkrise und Missmanagement hat die isländische Regierung den Weg für vorgezogene Neuwahlen freigemacht. Im Herbst waren die drei größten Banken Islands zusammengebrochen. Der Staatsbankrott drohte.

Regierungschef Geir Haarde sagte, die regierende Unabhängigkeitspartei sei für vorgezogene Wahlen Anfang Mai. Er selbst sei krank und trete nicht mehr an. Die oppositionelle Linksgrüne Bewegung (VG) wuerde gern noch früher wählen – ihr werden gute Chancen eingeräumt. Das Mandat der Koalition aus konservativer Unabhängigkeitspartei und Sozialdemokraten endet eigentlich erst 2011. Das isländische Szenario bildet den Alptraum aktuell regierender Politiker ab. Nach den drei grössten Banken ging das gesamte Finanzsystem in die Knie. Auf dem kleinen Land lasten Milliarden Euro Schulden. Die nationale Währung verlor dramatisch an Wert. Die Arbeitslosigkeit (unter den rund 320.000 Bürgern der Insel) ist drastisch angestiegen. (Viele Isländer verloren ihr Ersparnisse, zahlreiche Privat – Haushalte sind hoch verschuldet.) Die Sozialdemokraten sind für einen raschen Beitritt Islands zur EU. Die Konservativen waren immer dagegen – bis zur Finanzkrise.