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Umstrittene Entscheidung: Vatikan nimmt Exkommunikation zurück

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Umstrittene Entscheidung: Vatikan nimmt Exkommunikation zurück

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Der Papst hat die Exkommunikation von vier ultratraditionalistischen Bischöfen rückgängig gemacht – und damit den Unmut der jüdischen Gemeinden und fortschrittlicher Katholiken heraufbeschworen. Benedikt der 16. wollte jedoch eine zwanzig Jahre dauernde Kirchenspaltung beenden und die Abweichler und ihre Anhänger in die katholische Kirche einbinden.

Der schon verstorbene Erzbischof Marcel Lefebvre hatte die vier Mitglieder seiner Priester-Bruderschaft Pius X. 1988 zu Bischöfen geweiht. Die Bewegung lehnt die Kirchenreformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab. Wenig später wurden die vier und Lebebvre exkommuniziert. Einer von ihnen, der Brite Richard Williamson, ist besonders umstritten, da er jüngst in einem Fernsehinterview die Existenz von Gaskammern in den Konzentrationslagern leugnete. Gegen ihn wird ermittelt. Ein Sprecher des Papstes räumte ein, dass die die Meinung von Williamson keinesfalls geteilt werden könne und auch weder von der katholischen Kirche noch vom Papst geteilt werde. Aber sie hätte nichts mit jener Frage der Exkommunikation zu tun. Der Vatikan begründete seine jetzt offiziell bestätigte Entscheidung mit “väterlicher Einfühlsamkeit” und Einheit der Universalkirche. Und erntete prompt nicht nur vom Oberrabbiner von Rom Kritik.