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Island: Weiterer Rücktritt im Finanzchaos

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Island: Weiterer Rücktritt im Finanzchaos

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Die anhaltenden Proteste der Isländer zeigen Wirkung: Wegen des Finanzchaos auf der Insel ist nach dem Regierungschef nun der Handelsminister zurückgetreten – Björgvin Sigurðsson, auf seinem bisherigen Posten auch zuständig für die Banken.

Sigurðsson sagte, er sehe sich nicht in der Lage, das verlorene Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Vor seinem eigenen Rücktritt entließ er noch den Leiter der Finanzaufsicht. Islands Banken hatten jahrelang weltweit auf Pump investiert und spekuliert. Mit der Finanzkrise gerieten sie in Schwierigkeiten: Die Währung, die isländische Krone, stürzte ab; die drei großen Banken des Landes wurden verstaatlicht. Am Freitag hatte schon Regierungschef Geir Haarde seinen Rücktritt angekündigt, nach knapp drei Jahren im Amt. Die Demonstranten fordern aber einen Rücktritt der ganzen Regierung sowie des Chefs der Notenbank. Haarde setzte außerdem für Anfang Mai eine vorgezogene Wahl an. Er selbst will zu dieser Wahl aber nicht mehr antreten: Er gab auch bekannt, er leide an Krebs und werde sich demnächst in den Niederlanden operieren lassen.