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Erster Prozess vor Internationalem Strafgerichtshof in Den Haag

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Erster Prozess vor Internationalem Strafgerichtshof in Den Haag

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Vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ist der Prozess gegen einen der brutalsten Milizenchefs des Kongo eröffnet worden: Thomas Lubanga muss sich wegen des Einsatzes von Kindersoldaten verantworten. Es ist der erste Prozess vor dem “Weltstrafgericht”, dessen Gründungsstatut vor knapp sieben Jahren in Kraft trat. Nicht schuldig sei der Angeklagte, erklärte eine Verteidigerin Lubangas. Die Anklage wirft ihm vor, hunderte Kinder zum Morden gedrillt zu haben; die Kinder hätten dann auf seinen Befehl in der Provinz Ituri Massaker verübt.

Chefankläger Luis Moreno-Ocampo will eine Strafe von bis zu 30 Jahren Haft verlangen. Einige ehemalige Kindersoldaten werden als Zeugen gegen Lubanga aussagen. Im Ituri-Konflikt wurden nach UN-Schätzungen zwischen 1999 und 2003 mehr als 60 000 Menschen getötet. Hunderttausende wurden von rivalisierenden Milizen in die Flucht getrieben. An dem Prozess nehmen auch Anwälte von mehr als 90 Opfern teil; es ist das erste Mal bei einem internationalen Verfahren, dass Opfer direkt in den Prozessverlauf einbezogen sind.