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Dialog zwischen Kirche und Staat

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Dialog zwischen Kirche und Staat

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Der neue Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Kirill, ist in Moskau in sein Amt eingeführt worden. Er war am vergangenen Dienstag zum Oberhaupt der größten orthodoxen Nationalkirche gewählt worden. Kirill ist der Nachfolger des im Dezember gestorbenen Patriarchen Alexi II. An dem Festgottesdienst in der Christ-Erlöser-Kathedrale unweit des Kreml nahmen mehrere tausend Gläubige teil, darunter auch Russlands Staatschef Dmitri Medwedew und Ministerpräsident Wladimir Putin. Der 62-jährige Kirill ist der 16. Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche. Er wird als reformorientiert und relativ liberal eingeschätzt. Der bisherige Metropolit von Smolensk und Kaliningrad – dem früheren Königsberg – hat sich um den Dialog mit den Katholiken und Vertretern anderer Glaubensrichtungen verdient gemacht. Gleichzeitig hat er immer wieder auch die ultraorthodoxen Kreise seiner Kirche bedient.

“Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat sollten sich auf der Grundlage des Dialogs, der Zusammenarbeit und der Verfassung entwickeln”, sagte Kirill, “zum Wohle der Kirche, des Staates und des Volkes.” Nach jahrzentelanger Unterdrückung durch die kommunistische Diktatur erfreut sich die Kirche in Russland erneut starken Zuspruchs. Zwei Drittel der mehr als 140 Millionen Russen bekennen sich zum orthodoxen Glauben, obwohl ihn weitaus weniger praktizieren. Die russisch-orthodoxe Kirche zählt weltweit rund 150 Millionen Gläubige.