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Sterbehilfe für Italienerin nach 17 Jahren im Wachkoma

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Sterbehilfe für Italienerin nach 17 Jahren im Wachkoma

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Nach siebzehn Jahren im Wachkoma soll eine Italienerin nun passive Sterbehilfe erhalten: Die heute 38-jährige Eluana Englaro wurde dazu in ein Altersheim im norditalienischen Udine gebracht. Ärzte des dortigen Krankhauses wollen die künstliche Ernährung schrittweise einstellen, wie es der Vater der Frau seit langem fordert. Doch Kliniken, die sich zunächst bereiterklärt hatten, wurden vom Gesundheitsministerium unter Druck gesetzt. Eluana werde nicht leiden, denn sie sei vor siebzehn Jahren gestorben, sagte der Facharzt für Anästhesie und Reanimation am Krankenhaus von Udine. Doch genau das bestreiten Sterbehilfe-Gegner: Eluana sei keineswegs gestorben. Demonstranten versuchten, die Abfahrt des Krankenwagens nach Udine zu verhindern. Sie hatten auch eine Nachtwache organisiert. Eluana Englaro war 1992 nach einem Unfall ins Koma gefallen. Im vergangenen November entschied das oberste italienische Berufungsgericht in letzter Instanz, dass die künstliche Ernährung eingestellt werden könne. Die Politik möge sich jetzt nicht mit der Jutiz anlegen, sagte Anna Finocchiaro von der Demokratischen Partei. Die Politiker seien schließlich für die Kontroverse verantwortlich, da sie keine klaren Rechtsverhältnisse geschaffen hätten. Rocco Buttiglione von der ebenfalls oppositionellen Zentrums-Union forderte die Regierung auf, schnellstens ein Gesetz zum Schutz des Lebens Behinderter zu verabschieden. In den nächsten Tagen soll bei Eluana Englaro die künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr schrittweise verringert werden. Laut Experten kann der Prozess fünfzehn Tage dauern.