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Schuhwurf gegen Chinas Regierungschef

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Schuhwurf gegen Chinas Regierungschef

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Für Chinas Regierungschef ist es zunächst eine unverfängliche Rede an einer Universität: Aber dann wird Wen Jiabao aus dem Publikum hier im englischen Cambridge als Diktator beschimpft. Wenig später fliegt auch noch ein Schuh, der ihn aber verfehlt – im Gegensatz zu der beispielgebenden Tat eines Irakers neulich gegen George Bush.

Der Schuhwerfer wird abgeführt, Wen kann seine Rede fortsetzen. Vor dem Gebäude demonstrierten einige Dutzend Menschen sowohl für als auch gegen Chinas Politik. Auch an den beiden ersten Tagen von Wens Besuch in Großbritannien hatte es Proteste gegeben. Ein Sprecher der Universität nennt die Veranstaltung einen Erfolg, trotz des Zwischenfalls. Die Universität sei ein Ort der Debatte und des wohlüberlegten Arguments, nicht fürs Schuhewerfen. Ein Termin im Buckingham-Palast in London wurde abgesagt – laut Chinas Botschaft aber wegen des Wetters, und auch schon, bevor der Schuh flog.