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Versagen bei US-Börsenaufsicht

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Versagen bei US-Börsenaufsicht

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Im größten Betrugsfall in der Geschichte der Wall Street sind bisher knapp 950 Millionen Dollar sichergestellt worden: ein Bruchteil der 50 Milliarden, um die Bernard Madoff die Anleger betrogen haben soll. Vor dem Finanzausschuss des Kongresses sagte nun Harry Markopolos aus: der Mann, der schon vor Jahren die Börsenaufsicht über die Betrügereien des 70-Jährigen informiert hatte und ignoriert wurde.

Er sagte vor den Ausschussmitgliedern: “Ich habe ihnen Madoffs Betrugssystem auf dem Präsentierteller serviert. Aber Sie konnten sich nicht zu einer Untersuchung durchringen, weil Sie mit wichtigeren Dingen beschäftigt waren. Wenn ein 50-Milliarden-Dollar- Schneeballsystem nicht die höchste Priorität hat, was denn dann?” Harry Markopolos fürchtet nun wegen seiner Aussagen um das Leben seiner Familie. Die Zeitungen sind voll mit dem Betrugsfall; Abgeordnete sind empört. Der Demokrat Gary Ackerman rief im Ausschuss: “Ein Mann und seine Freunde haben die Sache bereits vor zehn Jahren entdeckt, stießen Sie mit der Nase auf den Misthaufen Bernie Madoff, und Sie konnten nichts herausfinden.” In Europa sind Banken wegen des Betruges in Schwierigkeiten geraten. Auch hier wird nun nach dem verbliebenen Vermögen gefahndet. Das gesamte sichergestellte Geld soll an Opfer des mutmaßlichen Milliardenbetrügers ausgezahlt werden.