Eilmeldung

Eilmeldung

Modellbahnhersteller Märklin pleite

Sie lesen gerade:

Modellbahnhersteller Märklin pleite

Schriftgrösse Aa Aa

Die Signale stehen auf Rot für den traditionsreichen deutschen Modelleisenbahn-Hersteller Märklin: Die Geschäftsführung hat die Insolvenz angemeldet – im 150. Firmenjahr. Die Landesbank Baden-Württemberg und die Kreissparkasse hatten einen ausgelaufenen Kredit über 50 Millionen Euro nicht verlängert. Tagelange Verhandlungen blieben erfolglos. Das Unternehmen sitzt im schwäbischen Göppingen.

Die Hiobsbotschaft von Märklin erreichte die Branche kurz vor der Eröffnung der Spielwarenmesse in Nürnberg. Ein Berliner Händler kritisierte die Unternehmensleitung: Man hätte mehr in Produkte investieren müssen statt in Geschäftsführer. Der Betrieb solle ohne Einschränkungen weiterlaufen, heißt es in Göppingen. Die Branche zeigt sich überzeugt, dass die Traditionsfirma eine Chance hat. Experten rechnen aber mit einer Zerschlagung des Unternehmens. Märklin stand bereits vor fast drei Jahren kurz vor der Insolvenz. Damals übernahm der britische Finanzinvestor Kingsbridge Märklin nach langem Tauziehen und rettete die Firma damit. Es folgte aber ein harter Sparkurs; auf der Strecke blieb unter anderem die Produktionsstätte im thüringischen Sonneberg mit rund 220 Mitarbeitern.