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Nazi-Jäger zweifeln am Tod des Doktor Tod

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Nazi-Jäger zweifeln am Tod des Doktor Tod

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Nazi-Jäger haben Zweifel am Tod des “Doktor Tod”. Medienberichten zufolge starb der in Österreich geborene KZ-Arzt Aribert Heim bereits 1992 an Krebs. Doch nach dem Jerusalemer Simon-Wiesenthal-Zentrum äußern auch deutsche Ermittler Zweifel.

Den Berichten nach lebte der international gesuchte Heim unter falschem Namen und zum Islam konvertiert in einem Hotel in Kairo. Entsprechende Hinweise in den 60-er Jahren entkräftigten die ägyptischen Behörden. “Er war groß und sportlich und hasste Leute, die rauchten”, will sich dieser Ladenbesitzer erinnern. “Er hatte große Hände und liebte es, morgens, gegen 6 Uhr, am Fenster zu stehen – in seinem Zimmer war ein großes Fenster, und die Morgenluft zu atmen.” NS-Fahnder im deutschen Ludwigsburg fragen, warum Heim nicht schon früher für tot erklärt wurde. Und Nazi-Jäger Ephraim Zuroff, Leiter des Jerusalemer Wiesenthal-Zentrums, weist auf Widersprüche von Heims Sohn Rüdiger hin, der seinen Vater in Kairo gepflegt haben will: “Es gibt kein Grab, keine Leiche, wir können keine DNA untersuchen und es gibt Menschen, wie seine Familie, die Interesse daran haben, uns von Heims Tod zu überzeugen.” Heim wäre heute 94 Jahre alt. Nach dem Krieg praktizierte er in Deutschland als Frauenarzt. 1962 gelang ihm vor einer Festnahme die Flucht. Heim war Lagerarzt in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen. Dort soll er hunderte Häftlinge mit Spritzen direkt ins Herz getötet haben. Wegen seiner Grausamkeit wurde er “Doktor Tod” genannt. Hunderte Ärzt beteiligten sich an KZ-Experimenten der Nazis. Die meisten praktizierten nach Kriegsende weiter.