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Vatikan verlangt von Williamson Widerruf

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Vatikan verlangt von Williamson Widerruf

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Der Vatikan hat den umstrittenen Bischof Richard Williamson jetzt aufgefordert, seine Äußerungen zum Holocaust zu widerrufen. Der Papst habe Williamsons Ansichten nicht gekannt, als er ihn vor kurzem wieder in die katholische Kirche aufnahm, heißt es in einer Mitteilung. Wenn Williamson nun auch seine Funktion als Bischof ausüben wolle, sagt Vatikan-Sprecher Federico Lombardi, müsse er seine Haltung zur Judenvernichtung ausdrücklich und öffentlich widerrufen.

Williamson und drei andere Abweichler waren vor kurzem sozusagen begnadigt worden, nach einem Ausschluss vor mehr als zwanzig Jahren. Auslöser für die jetzige Empörung ist vor allem ein Interview Williamsons. Dort sagt er, die Beweise sprächen überwältigend dagegen, dass die Nazis sechs Millionen Juden systematisch in Gaskammern getötet hätten. Und noch einmal auf Nachfrage: “Ich glaube, es gab keine Gaskammern.” Auch die Zahl sechs Millionen hält Williamson für weit übertrieben. Bisher hat er sich nur für die Aufregung entschuldigt, die er verursacht habe – in der Sache hat er nichts zurückgenommen. Williamson, der heute in Argentinien lebt, gehört zur Pius-Bruderschaft, die wichtige Kirchenreformen nicht anerkennt.