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Djerba-Attentat: Deutscher Islamist zu 18 Jahren Haft verurteilt

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Djerba-Attentat: Deutscher Islamist zu 18 Jahren Haft verurteilt

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Im Prozess um das Attentat auf der tunesischen Ferieninsel Djerba ist der Deutsche Christian Ganczarski zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Paris verhängte die Strafe wegen Beihilfe zum Mord und al-Qaida-Mitgliedschaft – der Angeklagte beteuerte bis zuletzt seine Unschuld. 2002 waren bei dem Anschlag 21 Menschen qualvoll verbrannt, unter ihnen 14 Deutsche.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert, der Generalstaatsanwalt hatte 30 Jahre Haft gefordert. Ganczarski sitzt seit seiner Festnahme im Juni 2003 auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle in französischer Haft. Der 42-Jährige konvertierte 1986 zum Islam und gilt als Informatik- und Funkexperte von al-Qaida. Die Tochter eines französischen Opfers: “Wir waren hier, um zu verstehen. Wir haben versucht, die Geschichte nachzuvollziehen, den Weg dieser Terroristen. Wir wollten eine Verbindung herstellen zur Geschichte der Opferfamilien. Wir sind froh, dass die Gerechtigkeit gesiegt hat.” Am 11. April 2002 war der 25 Jahre alte tunesische Selbstmordattentäter Nizar Nawar mit einem Lkw gegen das Gotteshaus gerast. Die Gasflaschen auf der Ladefläche explodierten. 21 Menschen starben -14 deutsche und zwei französische Touristen und fünf Einheimische. 30 weitere erlitten zum Teil schwerste Verbrennungen.

Am Morgen hatte der Attentäter Nawar in Duisburg angerufen und Ganczarski um seinen Segen gebeten. Die beiden kannten sich von gemeinsamen Aufenthalten in Afghanistan. Ebenfalls angeklagt: Chalid Scheich Mohammed, der sich die Anschläge auf das New Yorker World Trade Center 2001 ausdachte. Er sitzt in Guantanamo. Ein Urteil gegen ihn steht noch aus und Walid Nawar, der Bruder des Attentäters – er bekam wegen Beihilfe 12 Jahre Haft. Die Al-Ghriba-Synagoge ist die älteste im Norden Afrikas.