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Israel vor Rechtsruck: Likud und Kadima gleichauf

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Israel vor Rechtsruck: Likud und Kadima gleichauf

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Israel steht vor der Parlamentswahl – und glaubt man Umfragen einem Rechtsruck. Oppositionsführer Benjamin Netanjahu wird sich am Dienstag demnach als Sieger feiern lassen können. Sein Likud könnte sich von derzeit zwölf Sitzen mehr als verdoppeln.

Den großen Umfragevorspung hat er jedoch eingebüßt – zugunsten einer kleineren, nationalistischen Partei und der Regierungspartei Kadima, die von Außenministerin Zipi Livni geführt wird. Meinungsforscher sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus – und langwierige Koalitionsverhandlungen. Livnis Vorgänger, noch-Ministerpräsident Ehud Olmert, wurde unterdessen erneut zu Korruptionsvorwürfen befragt. Die Wahlen waren deshalb vorgezogen worden. Die nationalistische Partei Israel Beitenu – “unser Haus Israel” könnte dagegen drittstärkste Kräft werden. Avigor Liebermann, ein früherer Netanjahu-Vertrauter, spricht mit anti-arabischer Ideologie russische Einwanderer und Jungwähler an. Aus Protest gegen den Friedensprozess hatte er vor einem Jahr die Regierungskoaltion verlassen. Für Koalitionsgespräche könnte er nun entscheidend werden, ebenso wie die orthodoxe Schas-Partei und die Arbeitspartei von Verteidigungsminister Ehud Barak. Auch er muss mit Verlusten rechnen. Insgesamt sind 120 Sitze zu vergeben, keine Partei kann auch nur auf ein Viertel hoffen. Jeder fünfte Wähler ist noch unentschieden. Doch die meisten sind vor allem unzufrieden mit den stockenden Friedensverhandlungen und dem Krieg im Gazastreifen.