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In Madagaskar hat es bei Massenprotesten gegen den Präsidenten erneut Tote gegeben: Soldaten schossen auf die Menge und töteten mehr als zwanzig Menschen. Seit Ende Januar machen die Madagassen zu Zigtausenden ihrer Wut über den Präsidenten Luft: Während der sich Reichtum angehäuft und ein Firmenimperium aufgebaut hat, kämpft die Bevölkerung der Afrika vorgelagerten Tropeninsel gegen Armut, Hunger und steigende Preise.
 
Vor gut einer Woche plünderten Demonstranten Läden des präsidialen Imperiums. Angeheizt werden sie vom Rivalen des Präsidenten, dem abgesetzten Bürgermeister der Hauptstadt, der sich inzwischen selbst zum Chef einer Gegenregierung ernannt hat. Zuvor hatte er vergeblich versucht, den Präsidenten durch das Verfassungsgericht absetzen zu lassen. Auch jener war vor wenigen Jahren durch solche Protestkundgebungen letztlich bis ins höchste Amt gekommen.
 
Diesmal fürchten Politik-Experten aber höhere Sprengkraft durch die wachsende soziale Ungleichheit. Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union bemühen sich um Vermittlung.
 

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