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Tod von Eluana Englaro spaltet Italien

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Tod von Eluana Englaro spaltet Italien

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Der Tod von Eluana Englaro spaltet Italien weiter. Nach 17 Jahren im Koma war die inzwischen 38-Jährige gestern abend gestorben. In der Todesstunde in dem Seniorenheim in Udine mischten sich Zorn und Wut in die Trauer der Sterbehilfe-Gegner und in die Erleichterung all jener, die Eluana ein Ende ihres Martyriums gewünscht hatten. Kritiker der Sterbehilfe meinen nun, ihr Tod sei zu plötzlich eingetreten. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Autopsie an. Der Anwalt der Familie Englaros sagte, es werde toxikologische Untersuchungen geben, weil es merkwürdige Gerüchte bei Leuten gebe, die nicht wüssten, was wirklich geschehen sei. Also wolle man die Wahrheit über die Eingriffe des medizinischen Teams rekonstruieren. Die Regierung plant nun ein Gesetz zur Patientenverfügung.

Anstelle eines allein auf den “Fall Eluana” zugeschnittenen Eilgesetzes gegen Sterbehilfe wolle die Regierung in den kommenden zwei Wochen ein Gesetz darüber vorbereiten, hieß es. Der Vatikan äußerte sich zurückhaltend, aber deutlich: Wer töte, verstoße gegen das fünfte Gebot. Es gehe jetzt nicht darum nach Schuldigen zu suchen, es sei es an der Zeit, zu beten. Die Sterbehilfedebatte ist in Italien wieder heftig entbrannt. Das oberste italienische Berufungsgericht hatte im November in letzter Instanz bestätigt, dass die künstliche Ernährung Englaros eingestellt werden könne.