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Patientin tot - Streit um Sterbehilfe geht weiter

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Patientin tot - Streit um Sterbehilfe geht weiter

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Nach 17 Jahren Wachkoma ist Eluana Englaro gestorben. Der Streit um Sterbehilfe ist in Italien damit noch lange nicht beigelegt. Am Freitag war die künstliche Ernährung der bei einem Autounfall schwer verletzten Italienerin eingestellt worden. Die Nachricht von ihrem Tod überraschte den Senat, während er gerade ein Gesetz debattierte, mit dem die Regierung Berlusconi die Sterbehilfe für Eluana im letzter Minute verhindern wollte.

Umso lauter ging das Gezänk zwischen Gegnern und Befürwortern los, nachdem man zunächst mit einer Schweigeminute der Toten gedacht hatte: Ein Senator von der Regierungskoalition schimpfte, Eluana sei nicht gestorben, sie sei ermordet worden – und das nehme seine Partei nicht hin. Die Opposition konterte, die Mitte-Rechts-Parteien und Regierungschef Berlusconi hätten die Lage zu ihrem traurigsten Zeitpunkt zynisch und rüde ausgenutzt. Auch vor dem Altersheim, in das die 38jährige zum Sterben gebracht worden war, brachen sich die Gefühle von Kritikern und Befürwortern Bahn. Ein älterer Mann zeigte Verständnis: Nach 17 Jahren hätten die Eltern doch das Recht gehabt, ihre Tochter zu beerdigen, bevor sie selbst sterben. Nach jahrelangem Kampf des Vaters vor Gericht hat der Fall eins angestoßen: Dass Italien sich über ein Gesetz in Sachen Sterbehilfe Gedanken macht.