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Krise in der Ukraine verschärft sich

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Krise in der Ukraine verschärft sich

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Über einen Mangel an Krisen kann sich die Ukraine nicht beschweren: Zum einen ist da ohnehin die ständige Regierungskrise, zum anderen sitzt am Kabinettstisch nun auch die Finanzkrise.

Der Platz wurde frei, weil der Finanzminister jetzt zurückgetreten ist. Sein Posten sei zur Geisel der Politik geworden, sagt Viktor Pinsenik und meint vor allem das riesige Haushaltsloch, das er nicht mittragen will. Dabei hat der Internationale Währungsfonds einen Milliarden-Hilfskredit zugesagt – Bedingung ist aber ein ausgeglichener Haushalt. Den möchte auch der Staatspräsident sehen: Seine Regierungschefin verhandelt stattdessen nun aber über einen Kredit aus Russland – wogegen sofort wieder der Präsident wettert.Für viele Ukrainer verschlechtert sich inzwischen die Lage: Einige tausend gehen in der Hauptstadt Kiew auf die Straße, wobei sich ihre Wut hier vor allem gegen die Sparmaßnahmen der Stadt richtet. “Wir protestieren gegen steigende Mieten und Gebühren”, sagt eine Frau; “und wir wollen, dass Lehrer ihre Gehaltszulagen behalten: Sonst können wir nicht überleben.” – “Seit vier Monaten kein Gehalt”, klagt dieser Mann; “deswegen sind wir hier. Und das ist erst der Anfang: Wenn nichts passiert, gibt es Krieg!” Bis jetzt lässt sich der unbeliebte Oberbürgermeister aber nicht beirren: Der Stadtrat beriet an diesem Tag schon wieder über neue Sparpläne.