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Hugo Chavez - Regieren ohne Ende?

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Hugo Chavez - Regieren ohne Ende?

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Jubel in Rot. In seiner Farbe. So erkennt man im Venezuela der Epoche “Chavez” sehr leicht, wes Geistes Kind die jeweiligen Demonstranten sind. Dieser hier haben ihrem Idol nach einer Niederlage vor zwei Jahren nun doch noch zur lebenslangen Herrschaft verholfen. 1998 hatte der ehemalige Militär und Putschist seine erste Präsidentschaftswahl gewonnen. In einem kollabierten Land, das über Jahrzehnte abwechselnd von zwei Staatsparteien gleichermaßen neo-liberal regiert worden war. Zwei Jahre später wurde Chavez mit 60 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt bestätigt – Nach weiteren zwei Jahren scheiterte 2002ein Putsch gegen ihn. Er schafft es dennoch, die zur Opposition neigende Führungsriege der mächtigen Gewerkschaften auszutauschen.

Weder Generalstreik noch Putsch konnten ihn stoppen – und 2006 gewann er seine 3. Wahl. Danach verkündete Hugo Chavez sein Ziel: “Sozialismus des 21. Jahrhunderts”. Dazu nahm er Anleihen beim Nationalismus des Simon Bolivar, des Vaters der lateimamerikanen Staaten, die im 18. Jahrhundert nach der Vertreibung der Spanier entstanden. Und er orientierte sich an den Sozialisten des Kontinents von Che Guevarra über Fidel Castro bis Salvador Allende. Zunächst lief alles gut – dank des hohen Ölpreises. Der ermöglichte es dem sich gern als Volkstribun gebenden Präsidenten, den Armen im Lande bemerkenswerte soziale Verbesserungen zukommen zu lassen. Schwierig wurde es, als der Ölpreis fiel. Ohne Geld für weitere Sozialleistungen gewinnt die Opposition an Zulauf. Die Korruptionsvorwürfe häufen sich, auch direkt an die Adresse von “el presidente”, der beispielsweise seinem Vater einen Gouverneursposten zugeschanzt hat. Jetzt sind es die Milizen in den Armensiedlungen, die Chavez Anhänger bei der Stange halten. Natürlich in Verbindung mit dem außerordentlichen rethorischen Talent des Hugo Chavez, das die Massen auch jeden Sonntag in seiner eigenen Fernseh-Show erleben können. International wird er es nach dem Präsidentenwechsel in den USA schwerer haben. So simple Show-Effekte wie mit dem Satz:”….ich rieche noch den Teufel, der gestern hier war…” nach der Rede von George W.Bush sind bei der Obama-Regierung nicht zu haben. Wie weit Chavez bei gesunkenen Öleinnahmen noch seinen Lieblingspartner Castro subventionieren kann, bleibt auch fraglich….