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Italiens Linke orientierungslos

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Italiens Linke orientierungslos

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Die Demokratische Partei Italiens ist führungslos, seit ihr Chef Walter Veltroni aufgrund der Niederlage bei den Regionalwahlen auf Sardinien seinen Rücktritt angeboten hat. Sein Vize Dario Franceschini könnte nun Interimsparteichef werden, eine Alternative wäre eine Urabstimmung über einen neuen Parteichef. Zwar wurden Veltroni mangelnde Führungsqualitäten vorgeworfen. Massimo Cacciari, Bürgermeister von Venedig und prominentes Mitglied der der Demokratischen Partei, erklärte jedoch, das Problem sei nicht Veltroni, sondern der Mangel an strategischen Debatten innerhalb der Partei.

Ein Rivale ist vor einiger Zeit aus der Deckung gekommen: Pierluigi Bersani, ehemaliger Minister im Kabinett von Romano Prodi, hat während der Kampagne für Sardinien angekündigt, für den Parteivorsitz zu kandidieren. Die Demokratische Partei ist vor 16 Monaten aus einer Fusion von ehemaligen Kommunisten und heimatlosen Christdemokraten entstanden und hat seither zu keinem einheitlichen Profil gefunden. Auf die Niederlage bei den Parlamentswahlen letztes Jahr waren vier weitere Niederlagen bei Regionalwahlen gefolgt. Vor den Regionalwahlen auf Sardinien nun hatte Regierungschef Silvio Berlusconi seinen bis dahin unbekannten Kandidaten Ugo Cappellacci aktiv unterstützt – die Linke hatte sich lieber ihren internen Streitigkeiten gewidmet. Was Veltroni angeht, so meinen viele, er wäre wohl besser Bürgermeister von Rom geblieben.