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Freisprüche im Politkowskaja-Prozess

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Freisprüche im Politkowskaja-Prozess

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Als freie Männer verlassen sie das Gericht: die drei Angeklagten im Prozess um den Mord an Anna Politkowskaja. Wegen Beihilfe zum Mord mussten sie sich hier in Moskau verantworten: nicht schuldig, befanden die Geschworenen einstimmig.

“Wenn es anders ausgegangen wäre”, sagt ihr Anwalt Murat Mussajew; “dann würde das auch nur bedeuten, dass die wirklichen Verbrecher immer noch unter uns wären und weitermachen würden.” Die regierungskritische Journalistin Anna Politkowskaja wurde im Oktober 2006 in Moskau erschossen, im Eingang ihres Wohnhauses. Als eigentlicher Mörder wird der Bruder von zwei der jetzt Freigesprochenen verdächtigt; er ist aber auf der Flucht. Ein vermuteter Auftraggeber bleibt unbekannt. Karina Moskalenko, die Anwältin der Politkowskaja-Familie, sagt: “Wir haben immer verlangt, dass unseren Anliegen mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht wird – dem, was wir zu sagen haben. Aber keiner hat auf uns gehört. Das Ergebnis: Alle Angeklagten in diesem Mordfall mussten freigelassen werden. Wir müssen aber erreichen, dass der wahre Mörder vor Gericht kommt.” Politkowskajas Sohn hat das Urteil allerdings anerkannt: Die Anklage habe es nicht vermocht, die Geschworenen zu überzeugen. Die Staatsanwaltschaft will den Freispruch aber anfechten.