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Was macht die NATO in Afghanistan?

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Was macht die NATO in Afghanistan?

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Seit August 2003 führt die NATO nun schon die internationale Schutztruppe für Afghanistan – abgekürzt ISAF. Ihr Einsatz war nach dem Sturz der Taliban im Dezember 2001 vom UN-Sicherheitsrat beschlossen worden. Die Truppe soll den Wiederaufbau eines demokratischen afghanischen Staates absichern. Die USA werden nach der Ankündigung von Präsident Obama ihr Kontingent um 17.000 auf 55.000 Mann erweitern. Insgesamt beteiligen sich an der ISAF zur Zeit 41 Staaten. Darunter Deutschland mit knapp 3.500 Mann. Neben der ISAF haben die USA noch 16. 000 Soldaten unter eigenem Kommando in der Operation “Enduring Freedom” im Einsatz. Trotzdem ist es nicht gelungen, das Land zu befrieden. Der gegenwärtige ISAF-Kommandeur, der US-General David McKiernan, erwartet trotz Truppenaufstockung , daß 2009 ein hartes Jahr wird. Er spricht von sich ausdehnendem Aufruhr, der von verschiedenen Gruppen geschürt werde, oft von solchen Organisationen wie Al Kaida. Die hätten sich zunehmend auf schnelle, unvorhersehbare , komplexe, asymmetrische Angriffe spezialisiert gegen “weiche” Ziele, wie Regierungsbeamte, Konvois, Polizisten.

Die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten war 2008 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel gestiegen. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – will Deutschland, das bisher schon das drittgrößte Kontingent stellt, für einen Zeitraum von drei bis vier Monaten weitere 600 Mann entsenden. Es gilt in diesem Jahr auch die Präsidentenwahl im August abzusichern. Die Stabilisierung des Landes wird durch die bis in höchste Regierungskreise reichende Korruption und durch den Drogenanbau erschwert. Die NATO-Strategie in Afghanistan beruht darauf, daß das Militär den zivilen Wiederaufbau nur absichern – aber nicht ersetzen kann. Landesweit arbeiten zur Zeit 26 zivile Wiederaufbauteams.