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Saab meldet Insolvenz an - Produktion geht weiter

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Saab meldet Insolvenz an - Produktion geht weiter

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Die aktuelle Krise der Autoindustrie hat ihr erstes Opfer gefunden: Die schwedische General-Motors-Tochter Saab beantragte Insolvenz und steht damit praktisch vor dem Aus. Dennoch soll die Produktion mit ihren rund 4000 Beschäftigten vorerst fortgesetzt werden.

Zugleich kündigte die Saab-Spitze einen neuen Anlauf zum Überleben ohne den Mutterkonzern an. Der bisherige Vorstandschef Jan Ake Jonsson erklärte, das Unternehmen müsse sich seiner Erfolge der Vergangenheit besinnen und in die Zukunft schauen. Saab habe vielleicht keine Spitzenergebisse, aber innovative Pläne. Zu diesen Plänen gehört das neue Modell X, das in zwei Wochen auf dem Genfer Autosalon vorgestellt werden soll. Die schwedische Regierung lehnte eine finanzielle Hilfe für Saab am Freitag erneut ab. Für die Beschäftigten geht die Zeit zwischen Hoffen und Bangen zunächst weiter. Ein Saab-Mitarbeiter hält die Insolvenz für eine bessere Lösung als den völligen Bankrott. General Motors, selbst akut vom Aus bedroht, sicherte in Detroit Finanzierungshilfen für die Fortsetzung der Saab-Produktion für eine Übergangsphase an. Woher Vorstandschef Rick Wagoner diese Mittel nehmen will, ist indes unklar. Der Konzern hängt nach Milliardenhilfen im Dezember und Februar vollständig am Tropf des US-Steuerzahlers. Der Finanzbedarf bis 2011 wird auf rund 30 Milliarden Euro geschätzt. Ein Zusammenschluss von Saab und Opel würde nach Meinung deutscher Experten wenig nutzen. Dennoch könnte eine enge Zusammenarbeit unvermeidbar sein, hieß es. Grund seien gemeinsame Plattformen, auf denen die Autos der beiden GM-Töchter basierten. Von der Größe her sei Saab nach Einschätzung der Experten jedoch uninteressant für Opel.