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UBS-Aktien im freien Fall

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UBS-Aktien im freien Fall

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Nachdem die Schweizer Großbank UBS das Bankgeheimnis aufgeweicht hat, befinden sich die Aktien des Geldinstituts im freien Fall. Bei Handelsbeginn gab das Papier der UBS um mehr als 9 Prozentpunkte nach, auch der Konkurrent Crédit Suisse musste Verluste von fast 9 Prozent hinnehmen. Der Schweizer Bundespräsident und Finanzminister Hans-Rudolf Merz wurde wegen des Angriffs auf das Schweizer Bankgeheimnis von den Medien und der Politik scharf kritisert. Yvan Perrin von der rechtspopulistischen SVP meint, von jetzt an werde die Schweiz kuschen, sobald man Druck auf das Land ausübe.

Diejenigen, die noch Geld in der Schweiz angelegt hätten und wüssten, dass man sie nun an die Finanzbehörden ihrer Länder ausliefere, würden nun wohl aufräumen. Der Sozialdemokrat Christian Levrat ist der Ansicht, dass der Bundesrat und der Finanzplatz Schweiz es bislang zurückgewiesen hätten, das Bankgeheimnis und seine Grenzen in Frage zu stellen. Deshalb sei man nun in eine Sackgasse geraten. Die UBS hatte als erste Schweizer Bank ohne rechtliche Vorprüfung vertrauliche Daten von Kunden an die USA weitergegeben.

Der Liberale Fulvio Pelli meint, das Bankgeheimnis gehöre der Schweiz, und wenn die Schweiz es behalten wolle, dann werde sie es auch behalten. Die USA verlangten unterdessen die Herausgabe von weiteren 52.000 Namen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Ueli Leuenberger, Vorsitzender der Grünen, sagt, das Bankgeheimnis dürfe nicht dazu dienen, unmoralische und manchmal sogar kriminelle Handlungen zu schützen.

Die UBS erklärte sich unterdessen zur Zahlung einer Strafe und Wiedergutmachung von umgerechnet 622 Millionen Euro an die US-Regierung bereit. Zusammen mit der unabhängigen Finanzmarktaufsicht hatte die Großbank erreicht, dass Washington zunächst auf eine Klage verzichtet.