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Banken scharen sich hilfesuchend um Politiker

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Banken scharen sich hilfesuchend um Politiker

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Wenn das der alte Marx noch erlebt hätte: Weltweit scharen sich angeschlagene Kreditinstitute um ihre Politiker in der Hoffnung auf Rückendeckung – also Geld.

Der schwer angeschlagene amerikanische Finanzkonzern Citigroup verhandelt mit der US-Regierung über eine weit umfangreichere Staats-Beteiligung als bisher – bis zu 40 Prozent so das “Wall Street Journal”. Der Staat hat dem Bankhaus bisher schon 45 Milliarden Dollar geliehen – mehr als jedem anderen Institut. Großbritannien will im Kampf gegen die Rezession erneut mehrere Milliarden Pfund in die vor einem Jahr verstaatlichte Hypothekenbank Northern Rock pumpen. Mit dem Geld soll die Kreditvergabe wieder in Gang gebracht werden. Die EU-Kommission will prüfen, ob die Hilfen mit den Wettbewerbsregeln der Europäischen Union vereinbar sind. Die britische Regierung hatte Northern Rock im Februar 2008 verstaatlicht, als verängstigte Kunden die Bankschalter stürmten. 2007 hatte sie der Bank bereits mit einem 28 Milliarden Euro schweren Darlehen geholfen. Die Bank schätzt den Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1,6 Milliarden Euro. Der Grund: deutlich mehr faule Kredite. Geklotzt wird auch auf der anderen Seite des Ärmelkanals: Der französische Staat soll rund fünf Milliarden Euro bereithalten, um bei den Fusionskandidaten Caisse d’Epargne und Banque Populaire einzusteigen. Dadurch würde der Staat 15 bis 20 Prozent an der künftig zweitgrößten Bank des Landes halten, so Insider. Die beiden Bankengruppen kommen auf gut 36 Millionen Kunden und 95 000 Mitarbeiter. Als heißer Kandidat für den Chefposten gilt François Pérol – das wird im Land zum Teil heftig kritisiert. Der Karrierebeamte gehört zum engsten Beraterzirkel von Nicolas Sarkozy.