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Oscars: "Slumdog Millionaire" räumt ab


Kultur

Oscars: "Slumdog Millionaire" räumt ab

Der “Oscar” lockte die Stars nach Hollywood. Bei der Preisverleihung am Sonntag gab es wieder das große Schaulaufen auf dem roten Teppich. Hier ein Lächeln für die Kameras, dort ein paar Worte für die Journalisten. Im Saal schauten dann alle auf Steven Spielberg. Er hatte einen Gewinner in seinem Umschlag und zwar “Slumdog Millionaire”. Von elf Nominierungen gewann der Film acht, darunter die Oscars für den besten Film und die beste Regie, der an Danny Boyle ging. “Slumdog Millionaire” ist eine Geschichte über einen indischen Waisenjungen, der in einem Fernsehquiz eine Million gewinnt und anschließend des Betrugs beschuldigt wird. Viele Darsteller kommen aus den Slums von Mumbai.

Bei den Schauspielerinnen setzte sich Kate Winslet durch. Sie wurde für ihre Rolle in “The Reader” ausgezeichnet. Sie ging an das Mikrofon, um sich zu bedanken und sagte: “Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Rede vorbereitet habe. Ich war damals acht Jahre alt und habe eine Shampoo-Flasche vor dem Spiegel in die Luft gehalten. Das hier ist keine Shampoo-Flasche.” In dem Film “The Reader” (deutscher Titel: “Der Vorleser”) verliebt sich ein 15-Jähriger in eine deutlich ältere Frau und findet Jahre nach ihrem Verschwinden heraus, dass sie KZ-Aufseherin war. Sean Penn ist der beste Hauptdarsteller als Harvey Milk in “Milk”. Er spielt darin den schwulen Politiker, der in den 70er Jahren bekannt wurde. Der Film konzentriert sich auf die letzten acht Jahre Milks, von seiner Zeit als Versicherungsmakler, über sein spätes Comingout, seiner Wahl zum Stadtrat bis zum Mord an ihm. Penélope Cruz wurde mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Sie hatte mit dem Film “Vicky Cristina Barcelona” die Jury überzeugt. Cruz sagte: “Vielen Dank! Ich muss was in Spanisch sagen: Ich widme diesen Preis allen Menschen die diesen Moment mit mir teilen und allen spanischen Schauspielern!” Der wohl emotionalste Moment des Abends war die Vergabe des Oscars für den besten Nebendarsteller, der posthum an Heath Ledger ging für seinen “Joker” in “Batman”. Ledger war im vorigen Jahr an einer Überdosis Medikamente im Alter von 28 Jahren gestorben. Der Oscar für den besten fremdsprachigen Film ging nach Japan an Yojiro Takitas Film “Departures”, einer Meditation über das Sterben. Der deutsche Film “Der Baader Meinhof Komplex” und “Revanche” aus Österreich gingen leer aus. Das Rennen um die beste Dokumentation machte der Brite James Marsh mit “Man on Wire“. In dem Film geht es um den Hochseilakt des Franzosen Philippe Petit zwischen den Zwillingstürmen des World Trade Center in New York.

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