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Acht Jahre Sibirien nicht genug

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Acht Jahre Sibirien nicht genug

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Der Kreml-Kritiker und ehemalige Chef des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, sowie sein früherer Geschäftspartner Platon Lebedew sind aus dem Gefängnis in Ostsibirien nach Moskau gebracht worden: Am 3. März soll ein neues Verfahren gegen sie wegen Betrugs und Geldwäsche beginnen. Sie sitzen bereits eine achtjährige Haftstrafe in Sibirien ab. Bei einer neuerlichen Verurteilung drohen 22 Jahre Haft.

Einer der Anwälte Chodorkowskis sagte, dies sei skandalös und ein politisch motivierter Schauprozess. Chodorkowski hatte die neue Anklage gegen ihn als “Farce” bezeichnet, die mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun habe. Lebedew und der einst reichste russische Oligarch Chodorkowski waren 2003 verhaftet und 2005 zu Lagerhaft wegen Steuerhinterziehung und Betrugs verurteilt worden. Chodorkowski wird außerdem von einem Mithäftling sexuelle Belästigung vorgeworfen. Dies sei jedoch nach Aussagen von Mitgefangenen eine Erfindung der Justiz, um Chodorkowskis Position weiter zu schwächen. Zwei Anträge Chodorkowskis auf vorzeitige Haftentlassung wurden abgelehnt.