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Neun Tote bei Anschlag vor Präsidentenwahl

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Neun Tote bei Anschlag vor Präsidentenwahl

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Wenige Wochen vor Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs sind im Norden Algeriens neun Wachleute bei einem Anschlag getötet worden. Sie hatten 350 Kilometer östlich von Algier eine Gasfirma geschützt. Medienangaben zufolge stürmten Islamisten ihre Unterkunft. Es war der schwerste Anschlag seit Monaten.

Abdelaziz Bouteflika will Präsident bleiben und weiter für ein “ruhiges und starkes” Algerien sorgen. Er versprach ein milliardenschweres Konjunkturprogramm. Immer wieder wurde über den Gesundheitszustand des 71-Jährigen spekuliert. Eine Verfassungsänderung soll ihm nun eine dritte Amtszeit ermöglichen. Die Opposition protestierte. Gegenkandidaten, wie dem Nationalisten Moussa Touati, dessen Kandidatur vor fünf Jahren zurückgewiesen wurde, werden kaum Chancen eingeräumt. Gleiches gilt für Louisa Hanoune, die Chefin der Arbeiterpartei, die bis zum Ende der Einparteienherrschaft mehrmals inhaftiert wurde. 2004 scheiterte sie mit dem Versuch, erste Präsidentin zu werden. Das zweitgrößte Land Afrikas steckt in der Krise. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, vom Ölreichtum profitieren die meisten Algerier nicht. Und glaubt man Umfragen, wollen viele von ihnen am 9. April auch nicht wählen gehen.