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Gefeuert wegen 1,30 €

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Gefeuert wegen 1,30 €

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Darf einer Frau wegen der Unterschlagung von 1,30 Euro gekündigt werden?

Ein Berliner Gericht meint ja, und das bereits in zweiter Instanz. Die 50-jährige Kassierin habe zwei Pfandbons für Leergut unrechtmäßig eingelöst heißt es im Urteil, doch die entlassene Frau beteuert nach wie vor ihre Unschuld: “Es ist so, daß ich beweisen muß, daß ich das nicht getan habe. Ich bin einfach nur enttäuscht”, sagt Barbara E. unter Tränen. Mehr als 30 Jahre stand sie an der Kasse, bis zu jenem Tag, als ihr Arbeitgeber sie fristlos entließ. Sie soll zwei Pfandbons eingelöst haben, die davor zehn Tage lang im Kassenbüro des Supermarktes aufgehoben wurden. Von der Anwältin des Unternehmens heißt es, es ginge nicht um den Betrag der Unterschlagung, sondern grundsätzlich um Vertrauen und Ehrlichkeit. Diese Gründe sind nur vorgeschoben, sagt die Kassiererin und ein eigens für sie gegründetes Unterstützerkommittee. Der wahre Grund sagen sie, sei ihre gewerkschaftliche Tätigkeit.